Auf der Roten Insel entscheidet die Parzellenbreite über den Umzugstag: Die Bebauungspläne von 1884 und 1892/93 sahen kleine Grundstücke vor, daraus wurden schmale Häuser mit schmalen Treppenhäusern und wenig Platz vor der Tür. Wir planen hier mit kleinerem Wagen, mehr Kräften und einer Halteverbotszone, die früh beantragt wird. Der Kiez liegt zwischen drei Bahntrassen und ist nur über vier Brücken erreichbar, das gehört in jede Tourenplanung.
Bebauung überwiegend 1880 bis 1918, gut erhalten und auf kleinen Parzellen
Vier Zufahrten: Julius-Leber-Brücke, Langenscheidtbrücke, Monumentenbrücke, Kolonnenbrücke
Parkzone 89 Schöneberger Insel: 2.472 Ausweise auf 2.228 Stellplätze, 111 Prozent
Soziale Erhaltungsverordnung seit dem 23. Juni 2015, 2021 erweitert
Die Bebauung stammt überwiegend aus den Jahren 1880 bis 1918 und ist gut erhalten. Der entscheidende Punkt steht aber nicht im Baujahr, sondern in den Bebauungsplänen von 1884 und 1892/93: Sie sahen relativ kleine Parzellen vor. Ein schmales Grundstück bringt ein schmales Haus, ein schmales Haus bringt ein schmales Treppenhaus, und am Ende steht die Frage, ob der Kleiderschrank um das Podest kommt.
Wir gehen deshalb auf der Insel vor jedem größeren Umzug die Treppe einmal komplett ab und schauen an den Stellen nach, an denen es eng wird: am Antritt, an den Podesten und dort, wo eine Zwischentür eingebaut wurde. Wenn ein Stück nicht durchgeht, sagen wir das vorher und planen den Möbellift ein, statt am Umzugstag zu improvisieren. Ein halber Tag Möbellift am Haus kostet ab 179 €, bedient wird er von uns und nicht vom Kunden.
SeitenflügelVier Brücken, und keine fünfte
Der Kiez ist allseitig von Bahnanlagen umschlossen: im Westen die Wannseebahn, im Osten die Dresdener und die Anhalter Bahn, im Süden die Ringbahn. Erreichbar ist er ausschließlich über die Julius-Leber-Brücke, die Langenscheidtbrücke, die Monumentenbrücke und die Kolonnenbrücke.
Das ist keine Anekdote, sondern ein Planungspunkt. Wenn eine dieser vier Verbindungen wegen einer Baustelle nicht befahrbar ist, verlängert sich die Anfahrt für den Umzugswagen spürbar, und zwar für jede einzelne Fahrt. Bei zwei Touren am selben Tag rechnen wir das ein. Für größere Wohnungen ist es oft günstiger, mit einem zweiten Fahrzeug in einem Zug zu fahren, statt dieselbe Strecke doppelt zu nehmen.
QuergebäudeZone 89: mehr Ausweise als Plätze
Die Parkzone 89 Schöneberger Insel ist seit dem 28. August 2023 in Betrieb. Sie hat 2.228 öffentliche Stellplätze bei 12.716 Einwohnern auf 1,3 Quadratkilometern, und es sind 2.472 Bewohnerparkausweise ausgegeben. Das ergibt eine Deckung von 111 Prozent, also mehr Ausweise als Plätze, bevor überhaupt ein Besucher in den Kiez fährt.
Dazu kommt die Enge auf der Straße selbst: Die kleinen Parzellen bedeuten viele Hauseingänge auf kurzer Strecke und entsprechend viele Anwohner, die denselben Bordstein brauchen. Wir beantragen die Halteverbotszone deshalb hier praktisch immer und nicht nur im Zweifel. Schilder an nur einer der beiden Anschriften kosten ab 59 €, an beiden ab 89 €.
DachgeschossDer Markt in der Crellestraße und die Wahl des Tages
In der Crellestraße ist mittwochs und samstags von 10:00 bis 15:00 Uhr Wochenmarkt. Die Straße ist dann belegt, und eine Halteverbotszone bekommt man dort für diese Zeit nicht sinnvoll aufgestellt. Wer in der Crellestraße wohnt, zieht deshalb an einem anderen Tag um oder lädt aus einer der Querstraßen.
Die drei Hauptachsen von West nach Ost sind die Monumentenstraße, die Kolonnenstraße und die Neumannstraße, und an ihnen liegen viele kleine Läden und Cafés. Für einen Wohnungsumzug heißt das: Lieferverkehr am Vormittag, und wer die Zone auf einen Abschnitt vor einem Geschäft legt, bekommt am Umzugstag Besuch. Wir legen sie lieber ein Stück versetzt und tragen die zehn Meter mehr.
Adresse prüfen: welche der vier Brücken ist die kurze Anfahrt?
Treppenhaus abgehen und die Engstellen aufnehmen
Halteverbotszone beantragen, mit Abstand zum Marktbetrieb
Umzugstag mit passender Wagengröße statt mit dem größten verfügbaren Fahrzeug
Hof und DurchfahrtMilieuschutz auf der Insel
Für die Schöneberger Insel gilt seit dem 23. Juni 2015 eine soziale Erhaltungsverordnung, die 2021 um zwei Blöcke entlang der Monumenten- und der Kolonnenstraße erweitert wurde. Der Bestand wird damit geschützt, und das merkt man an den Wohnungen: viele davon sind seit Langem unverändert, mit alten Einbauten und Möbeln, die für genau diesen Raum gebaut wurden.
Bei solchen Auszügen lohnt sich der Blick auf die Stücke, die nicht mitkommen. Was bleibt, kann besenrein übergeben werden, wenn es vorher raus ist. Wer nur Kräfte braucht und den Transport selbst fährt, bekommt eine einzelne Kraft für Treppe und Tragestrecke; sie kostet ab 25 € je Stunde, und unter zwei Stunden rechnen wir nicht ab.
Rote Insel: häufige Fragen zum Umzugstag
Warum sind die Treppenhäuser hier so eng?
Weil die Bebauungspläne von 1884 und 1892/93 relativ kleine Parzellen vorsahen. Auf einem schmalen Grundstück steht ein schmales Haus, und darin liegt ein schmales Treppenhaus. Das betrifft nicht jedes Haus im Kiez, aber genug, dass wir die Treppe vor dem Angebot ansehen und nicht auf gut Glück planen.
Kommt ein großer Umzugswagen überhaupt in den Kiez?
Ja, über eine der vier Brücken. Die Frage ist eher, ob er vor dem Haus stehen kann. Bei 2.472 Bewohnerparkausweisen auf 2.228 Stellplätze in der Zone 89 ist ein freier Platz vor der Tür ohne Halteverbotszone unwahrscheinlich. Wir beantragen sie deshalb fast immer mit.
Am Markttag umziehen, geht das?
In der Crellestraße nicht sinnvoll: Der Markt läuft mittwochs und samstags von 10:00 bis 15:00 Uhr, die Straße ist dann belegt. In den Querstraßen ist es kein Problem. Wir schlagen bei der Terminplanung von uns aus einen anderen Tag vor, wenn Ihre Anschrift betroffen ist.
Was kostet ein Dreizimmerumzug von der Insel weg?
Für drei Zimmer mit 60 bis 85 m² Grundfläche und ungefähr 40 m³ Ladung steht bei uns ab 769 € als Festpreis. Ob ein Möbellift dazukommt, entscheidet das Treppenhaus, nicht die Etage allein. Beides sehen wir uns bei der kostenlosen Besichtigung an, danach ändert sich der Preis nicht mehr.