VorderhausDie Frist beginnt mit dem Einzug, nicht mit dem Mietvertrag
Für die Anmeldung einer Wohnung nennt das Land eine Frist von 14 Tagen, gerechnet ab dem Einzug. Gemeint ist der Tag, an dem Sie tatsächlich in die Wohnung ziehen, also weder das Datum im Mietvertrag noch der Tag der Schlüsselübergabe. Wer den Vertrag zum Ersten unterschreibt und am Fünfzehnten einzieht, hat bis zum Neunundzwanzigsten Zeit.
Die Anmeldung selbst kostet nichts. Was Geld kostet, ist das Versäumen der Frist, denn eine verspätete Anmeldung ist eine Ordnungswidrigkeit. Deshalb ist der Termin beim Amt der Punkt, um den man sich am besten schon vor dem Umzug kümmert und nicht danach.
Eine gesonderte Abmeldung an der alten Anschrift innerhalb Deutschlands ist nicht nötig; sie erfolgt mit der Anmeldung an der neuen. Etwas anderes gilt, wenn Sie ins Ausland ziehen oder eine Nebenwohnung aufgeben.
SeitenflügelDas Bürgeramt sitzt im Rathaus Schöneberg
Die Anschrift lautet John-F.-Kennedy-Platz 1, 10825 Berlin. Ein barrierefreier Zugang ist über den Eingang Freiherr-vom-Stein-Straße möglich, das Amt liegt im Erdgeschoss und ist über einen Plattformlift erreichbar. Behindertenparkplätze, eine rollstuhlgerechte Toilette und mobile Ringschleifen für Schwerhörige sind vorhanden. Erreichbar ist das Amt telefonisch über die 115.
Geöffnet ist montags von 08:00 bis 15:00 Uhr, dienstags von 10:00 bis 18:00 Uhr, mittwochs von 08:00 bis 15:00 Uhr, donnerstags von 10:00 bis 18:00 Uhr und freitags von 08:00 bis 13:00 Uhr, jeweils nur mit Termin.
Ein praktischer Hinweis, den man sonst nirgends liest: Auf dem John-F.-Kennedy-Platz vor dem Rathaus findet dienstags und freitags von 08:00 bis 13:00 Uhr der Wochenmarkt statt. Am Freitagvormittag fällt das mit der gesamten Öffnungszeit des Amtes zusammen. Wer mit dem Auto kommt und dann noch einen Platz sucht, sollte den Termin auf einen anderen Tag legen.
QuergebäudeIn Friedenau gibt es kein Bürgeramt
Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg unterhält genau drei Bürgerämter: Schöneberg, Tempelhof und Lichtenrade. Wer in Friedenau wohnt, hat also keinen Standort im eigenen Ortsteil, und das überrascht regelmäßig Menschen, die gerade dorthin gezogen sind.
Wirklich ins Gewicht fällt das aber nicht, denn in Berlin gilt die Allzuständigkeit: Sie können jedes der über 40 Bürgerämter der Stadt aufsuchen, unabhängig davon, in welchem Bezirk Sie wohnen. Für die reine Anmeldung ist das Amt in Neukölln oder Mitte also genauso zuständig wie das im eigenen Rathaus.
In der Praxis heißt das: Nehmen Sie den Termin, den Sie zuerst bekommen, und nicht den, der am nächsten liegt. Die Terminlage unterscheidet sich zwischen den Ämtern erheblich, und die Frist läuft unabhängig davon weiter.
DachgeschossDie Ausnahme, die hier fast jeden betrifft
Von der freien Wahl des Bürgeramts gibt es genau zwei Ausnahmen. Die eine sind Wohngeld und Wohnberechtigungsschein. Die andere ist die Ausstellung von Bewohnerparkausweisen und Vignetten, und die betrifft im Norden dieses Bezirks nahezu jeden, der ein Auto hat.
Dafür müssen Sie in den eigenen Bezirk, das freie Wahlrecht gilt hier nicht. Der Bewohnerparkausweis kostet 20,40 Euro für zwei Jahre. Erledigen Sie das am besten im selben Termin wie die Anmeldung, sonst stehen zwei Wege an.
Und die ehrliche Einordnung dazu: Der Ausweis erlaubt das Parken, er reserviert aber keinen Platz. In allen sechs Schöneberger Parkzonen sind mehr Bewohnerparkausweise ausgegeben, als es öffentliche Stellplätze gibt, zwischen 104 und 124 Prozent. In der Nachbarzone gilt er außerdem nicht. Wer also innerhalb von Schöneberg über eine Zonengrenze zieht, braucht einen neuen.
Hof und DurchfahrtWas Sie zum Termin mitbringen
Die Liste ist kurz, aber an einem Punkt scheitert es regelmäßig: an der Bestätigung des Vermieters. Wohnungsgeber sind verpflichtet, den Einzug innerhalb von zwei Wochen schriftlich und mit Unterschrift zu bestätigen. Fordern Sie das Papier trotzdem aktiv an, am besten schon bei der Schlüsselübergabe.
- Termin buchen, sobald der Einzugstag feststeht, notfalls in einem anderen Bezirk
- Wohnungsgeberbestätigung vom Vermieter oder der Hausverwaltung anfordern
- Personalausweis oder Reisepass für jede Person, die angemeldet wird, einpacken
- Bei Kindern die Geburtsurkunde mitnehmen, bei getrennt lebenden Eltern die Zustimmung des zweiten Elternteils klären
- Wenn ein Auto vorhanden ist: den Bewohnerparkausweis im selben Termin beantragen
- Nach dem Termin die Adresse auf dem Ausweis überkleben lassen, das geschieht direkt vor Ort
VorderhausOnline statt Amt, und was danach noch drankommt
Das Land bietet die Anmeldung inzwischen auch online an; in diesem Fall entfällt der Termin vor Ort. Ob das für Ihren Haushalt funktioniert, steht auf der Dienstleistungsseite des Landes, und dort sollten Sie es vor der Terminbuchung nachlesen statt sich auf Erfahrungswerte zu verlassen, denn dieser Bereich ändert sich häufiger als andere.
Mit der Anmeldung ist die Adressänderung noch nicht überall angekommen. Der Rest ist Fleißarbeit und lässt sich in einer Stunde erledigen, wenn man ihn an einem Stück macht: Nachsendeauftrag bei der Post, Kraftfahrzeug ummelden, Rundfunkbeitrag, Bank, Versicherungen, Arbeitgeber, Kita oder Schule, Hausarzt und die Abschlagszahlungen bei Strom und Gas.
Der Nachsendeauftrag ist dabei der wichtigste Punkt und derjenige, der am häufigsten zu spät gestellt wird. Er greift nicht rückwirkend, und gerade in einem Haus mit mehreren Gebäudeteilen landet Post ohne aktuellen Namen am Briefkasten schnell wieder beim Absender.