VorderhausDie erste Frage gilt dem Haus, nicht dem Instrument
Wenn andere nach Hersteller und Modell fragen, ist das die zweite Hälfte der Information. Die erste ist der Weg. Ein aufrechtes Klavier, das im Vorderhaus im zweiten Stock steht, ist ein kalkulierbarer Vormittag. Dasselbe Instrument im Quergebäude hinter dem zweiten Hof, fünfte Ebene, ist ein anderer Auftrag, und der Preis dafür entsteht nicht am Instrument.
Wir fragen deshalb in dieser Reihenfolge: Welches Haus auf dem Grundstück, wie hoch ist die Hofdurchfahrt, wie viele Treppenläufe von der Haustür bis zur Wohnungstür, und erst dann Bauform, Höhe oder Länge und, wenn bekannt, Hersteller und Modell. Aus dem Modell ergibt sich das Gewicht genauer als aus jeder Schätzung, aber es entscheidet nicht darüber, ob der Transport machbar ist.
Für die Anfahrt in den Hof ist die Wagengröße der Hebel. Wagen mit 12 m³ und Fahrer kostet ab 44 € je Stunde, und kommt durch die meisten Hofdurchfahrten. Wo er hineinkommt, verkürzt sich der Tragweg auf wenige Meter, und genau das ist bei einem Instrument mehr wert als bei allem anderen im Wagen.
SeitenflügelVier Kräfte, Rollbrett und Gurtzeug gehören dazu
Rollbrett, Gurtzeug und vier Kräfte gehören dazu ist nicht Ausstattung gegen Aufpreis, sondern der Umfang des Postens. Weniger als vier Personen bewegen bei uns kein Instrument über eine Treppe, und das hat einen einfachen Grund: Ein Klavier trägt sein Gewicht nicht dort, wo man es anfassen möchte. Es hängt beim Anheben nach hinten, und wer das mit zwei Leuten ausgleichen will, gleicht es irgendwann nicht mehr aus.
Beim Flügel kommt ein Arbeitsschritt dazu, mit dem viele nicht rechnen: Er reist nicht aufgebaut. Notenpult, Lyra und Beine werden abgenommen, jedes Teil einzeln verpackt und beschriftet, die Schrauben bleiben am zugehörigen Teil. Erst danach liegt der Korpus auf dem gepolsterten Brett und wird angegurtet. Dieser Umbau ist der Grund, warum ein Flügel länger dauert als ein Klavier, und er passiert in der Wohnung, nicht im Hof.
Was wir nicht machen: stimmen. Das gehört zum Klavierbauer, und den bestellt man ohnehin sinnvollerweise erst, wenn sich das Instrument an die neue Wohnung gewöhnt hat. Wir sagen Ihnen beim Abstellen, worauf am neuen Standort zu achten ist, und mehr behaupten wir nicht.
QuergebäudeWenn das Klavier im zweiten Hof steht
Das ist der Fall, für den es diese Seite gibt, und er kommt hier häufiger vor, als die Wettbewerberseiten vermuten lassen. Der Umweltatlas beschreibt die Blöcke zwischen Potsdamer Straße und Hauptstraße als enge Bebauung mit typischer Hinterhofstruktur. Ein solcher Hof ist ringsum umbaut, die Durchfahrt ist sein einziger Zugang, und seine Grundfläche geht auf ein historisches Mindestmaß von gut fünf mal fünf Metern zurück, den Wendekreis der pferdegezogenen Feuerspritze.
Für ein Instrument heißt das dreierlei. Der Möbellift scheidet aus, weil er dort weder Standfläche noch Schwenkraum findet. Die Tragestrecke beginnt an der Durchfahrt und nicht am Bordstein. Und der Wagen kommt entweder durch die Durchfahrt oder gar nicht, wobei die Höhe häufiger das Hindernis ist als die Breite.
Wir messen diese Strecke beim Aufmaß ab, und wir sagen Ihnen die Zahl. Ein Klavier, das achtzig Meter über zwei Höfe und danach fünf Treppenläufe zurücklegt, ist kein unmöglicher, aber ein anderer Auftrag als eines im Vorderhaus. Wer diesen Unterschied nicht benennt, nennt am Telefon einen Preis, der am Termin nicht mehr gilt.
DachgeschossTreppe, Fassade oder Absage
Passt die Treppe nicht, kommt der Lift an das Fenster oder an den Balkon. Möbellift, halber Tag am Haus kostet ab 179 €. Mit Bediener; wo kein Aufstellplatz frei ist, geht er nicht. Bei einem Instrument ist er oft nicht der teurere, sondern der schonendere Weg, weil das Stück in einem Zug bewegt wird statt in dreißig Absätzen.
Die ehrliche Grenze steht auch hier: Der Lift reicht bis in die vierte Etage. In den fünf- bis sechsgeschossigen Schöneberger Blöcken liegt ein Teil der Wohnungen darüber, und ein Hochparterre verschiebt die Zählung zusätzlich. Liegt das Instrument außerhalb der Reichweite und geht die Treppe nicht, dann gibt es keinen dritten Weg. Diesen Satz sagen wir beim ersten Anruf und nicht, wenn der Wagen schon vor der Tür steht.
Der zweite Grund für eine Absage ist die Standfläche. Ohne freigehaltenen Platz vor dem Haus wird kein Lift aufgebaut, und freier Platz ist in diesem Teil der Stadt selten: In den sechs Parkzonen, die hier 2023 in Betrieb gegangen sind, kommen auf hundert öffentliche Stellplätze 104 bis 124 ausgegebene Bewohnerparkausweise. Sperren braucht deshalb Vorlauf.
Hof und DurchfahrtWas einen Instrumententermin in Schöneberg wirklich aufhält
Nicht das Instrument, sondern die Umstände. Diese fünf Punkte klären wir vor der Buchung, und mit ihnen steht der Termin.
- Die Fläche vor dem Haus. Schilder nur an einer der beiden Anschriften kostet ab 59 €, der Bezirk rechnet für den Antrag mit rund vier Wochen. Die Mindestgebühr des Bezirks liegt bei 21,00 Euro.
- Die Höhe der Hofdurchfahrt. Sie entscheidet über den Wagen und damit über die Länge des Tragewegs. Ein Foto von der Straße aus genügt uns dafür.
- Die Wendung im Treppenhaus. Nicht die Zahl der Stufen ist das Hindernis, sondern die Stelle, an der sich der Korpus drehen müsste und niemand nachfassen kann.
- Die Fassade, wenn der Lift kommen soll. Simse und Gesimsbänder tragen kein Gewicht, und an denkmalgeschützten Häusern wird ohnehin nichts befestigt.
- Das Wetter. Bei starkem Wind fährt kein Möbellift, das gibt der Hersteller vor. Wir sprechen Sie dann am Vortag an, statt Sie am Morgen warten zu lassen.